Scheint eine gute Zeit gerade zu sein. Stromberg-Film wird wie erwartet gedreht (vergleiche die letzte Meldung) und mancher Künstler hat sich wirklich noch großartige Musik für die letzte Woche des Jahres aufgespart, um sie dann zu veröffentlichen. Damit das nicht untergeht, hier mal ein Tipp.
Smith & Burrows dürften wohl den wenigsten was sagen. Die Editors und We Are Scientists schon eher. (Tom) Smith, Sänger der Editors und (Andy) Burrows, Schlagzeuger bei We Are Scientists und irgendwann auch mal bei Razorlight, haben sich zusammen getan und ein wirklich tolles Album abgeliefert, das auf den Namen Funny Looking Angels hört.
Weil ja morgen schon Heiligabend ist und die wenigsten gute Musik zuhause haben, die man auch bedenkenlos an Weihnachten hören kann, ist dieses Album die perfekte Lösung. Mit “When the Thames Froze” als 1/2 und “The Christmas Song” (mit der tollen Agnes Obel) als 1/1 Weihnachtssong geht das klar. Reinhören kann man auch und zwar komplett.

Bleibt mir eigentlich nur noch Frohe Weihnachten zu wünschen!

Gestern Abend machte eine Meldung die Runde, die im ersten Moment etwas überraschend daherkam. Stromberg, bisher nur als Serie bekannt, soll ins Kino kommen. Die Serie, die von Kritikern hoch gelobt, von den meisten Zuschauern zu Beginn der Ausstrahlung aber eher verschmäht wurde. Mittlerweile in Staffel 4 angekommen und inhaltlich vom Comedy- immer mehr ins Tragikfach gewechselt.
Die Verwertung rund um die Serie funktionierte schon immer, sei es mit Special Editions der DVD oder abstruseren Ausmaßen wie dem Stromberg-Wörterbuch. „Originellen“ Finanzierungsmöglichkeiten war man also von Beginn an nicht abgeneigt, den vorläufigen Höhepunkt fand man allerdings erst in der aktuellen Staffel, in der ein bekannter Milchreishersteller mehr als prominent innerhalb der Serie beworben wird. So sehr, dass dies einigen Unmut im Internet hervorruft.
Jetzt soll also ein Kinofilm her. Geldgeber haben in der Vergangenheit eher Abstand genommen von der Finanzierung eines solchen Projektes, also müssen andere Geldquellen erschlossen werden. Und so kommt es, dass (wohl auch durch den Erfolg von „Hotel Desire“ ) auf Crowdfounding zurückgegriffen wird. Eine Million Euro sollen so zusammenkommen, in Anteilspaketen à 50 Euro. Die Höchstsumme beträgt 1.000 Euro, wobei man sich durch sogenannte Filmpatenschaften noch eine größere Finanzierungsmöglichkeit für Firmen offen lässt. Hier kann man für schlappe 50.000 Euro sein Produkt oder (wie es im Infotext heißt) auch eine Privatperson, die örtliche Gemeinde oder den Taubenverein platzieren. Die Summe von 50.000 Euro dürfte hingegen dieser Annahmen aber wohl doch vermehrt große, zahlungskräftige Firmen ansprechen. Und das führt zu einem fahlen Beigeschmack.
Wer investiert, bekommt natürlich auch zurück. So gibt es für jedes verkaufte Kinoticket bis zum Einmillionsten Besucher  1 Euro, für jeden darüber hinaus 50 Cent. Bei einer Investition von 1.000 Euro und 1 Million Besuchern hat man also seinen Anteil wieder raus. Bei einer Investition von 1.000 Euro und 2 Millionen Besuchern streicht man  500 Euro Gewinn ein. 
Dass sich das Projekt trägt, dürfte durchaus realistisch sein. Heute Mittag (Stand: 16.11.2011, 13 Uhr) sind schon 104.000 Euro zusammen gekommen. Und wenn der Film dann tatsächlich ins Kino kommt, sollte auch ein Erfolg machbar sein. Frühzeitig hat man sich seine Fans zu aktiven Markenbotschaftern gemacht, die nicht nur mit dem Herz, sondern dann auch mit dem Geldbeutel mitfiebern und so bestimmt auch den ein oder anderen Freund zum Kinobesuch überreden.
Wer mehr wissen will, liest sich hier alle Details nochmal durch.

Sigur Rós, eine der künstlerisch anspruchsvollsten Bands der heutigen Zeit haben ihr erstes Live Album auf dem Markt. Was aber viel wichtiger ist: Auch eine Live-DVD.
Flimmerndes Bild, körnige Schwarz-Weiß Optik, unscharfe Bilder und viele Detailaufnahmen, die aufgrund des schlechten Lichts kaum mehr als Umrisse erkennen lassen. Und trotz bzw. gerade aufgrund dieser Tatsachen handelt es sich um eine der besten Konzert-DVDs, die es aktuell gibt. Wer dachte, dass die DVD Heima die wohl passendste Bildsprache für die Musik der Isländer darstellt, darf sich eines Besseren belehrt fühlen. Sigur Rós schaffen es den Besucher eintauchen zu lassen in eine Welt voller verzerrter Gitarren, aufheulender Streichinstrumente und großer Melodien. Die Bildsprache, die auf zwei parallel produzierten Konzertmitschnitten beruht, die beide ineinander geschnitten wurden, bedient sich dem technischen Stand der 60er Jahre und schafft hiermit eine atmosphärische Dichte, wie sie nur selten zu erleben ist.
Von einer Live-DVD zu sprechen, ist eigentlich grundlegend falsch. Während die meisten aller Konzert-DVDs mit enormen technischen Aufwand versuchen das Konzerterlebnis auch für die Zuschauer auf dem heimischen Sofa erlebbar zu machen, was natürlich meistens misslingt, geht „Inni“ einen anderen Weg. Die live eingespielte Musik, beziehungsweise die Tonspur des Konzertes wird gekonnt unter die künstlerischen (Live-) Bilder gelegt. Einen Eindruck kann man sich in folgendem Trailer machen.

William Fitzsimmons
05.12.2011 - Düsseldorf, Zakk

Stadtmagazine gibt es einige, wenige sind so gut gemacht wie das null22eins. Fast schon zu schade, um auf dem Zigarettenautomaten des Lieblingscafés zu verstauben. null22eins steht für die Kölner Vorwahl und deckt im Stadtbereich alle (Sub-) Kulturen ab, die man so auf der Straße vorfindet.
Aktuell mit der 3. Ausgabe, die (wichtig!) die offizielle 2. ist, weil es auch eine 0. gab. Verwirrt? Dann weiter zum Inhalt. Vom Fahrradladen an der Ecke, über Soziale Projekte bis hin zum Künstlerkollektiv ist alles hier vertreten. Sobald es eine interessante Geschichte oder ein Gesicht dahinter gibt. null22eins ist nah dran am Geschehen und mittendrin.
Und wer ist null22eins?
Hinter null22eins steht der ehrenamtliche Verein artishocke e.V. null22eins lebt von engagierten Freiwilligen, die ihren Beitrag für die Kölner Magazin- und Kulturlandschaft leisten. Das ehrgeizige Projekt, ein Printmagazin für eine Stadt mit einer vielfältigen Medienszene herauszugeben, ist nur durch das unbezahlte Mitwirken zahlreicher Schreiber, Gestalter, Fotografen, Illustratoren und mutiger Talente möglich.
null22eins liegt kostenlos in vielen Kölner Cafés, Bars, Clubs aus. Und das Wort kostenlos impliziert es schon: Spenden sind erlaubt und dringend benötigt. Mehr Infos gibt es auf Facebook und der Website.
Wer selber mal reinschauen will, aber nicht aus dem Umkreis Köln kommt, schaut sich das Magazin einfach online an. Und zwar hier.

Von Ostberlin in die Welt. Mit dem Gefühl, die Clubs eben dieser Welt im Tanzschritt zu erobern. „We see our breath in the air / whilst everybody else sleep.“ Gelangweilt war gestern, gefeiert wird heute. “If you bored of suburbia / burn down your house / let’s dance in the colour of fire.” 
Seit Anfang November steht “Summer” das Debütalbum der Berliner Indie Electro Band I Heart Sharks im Plattenladen. Und überzeugt restlos.
Rein in den Club, Augen zu, genießen. Und die Augen vor dem nächsten Morgen nicht wieder öffnen. „If you ask no questions / You’ll hear no lies.“ Der Bass kriecht langsam in den Magen, die Beine bewegen sich monoton zu dem Beat und du siehst nichts mehr außer ekstatischer Menschen, vom Nebel umhüllt. „Das ist die neue Geschichte.“
Wenn das Hipstermusik ist, möchte man auch einer sein. „Let’s do this cliche or make a new cliche.“ Musik für eine Nacht. Die aber wird großartig.

Live:
24.02.12   München - Atomic Café                              25.02.12   Leipzig - Klanggut Festival29.02.12   Augsburg - Schwarzes Schaf                       04.03.12   Regensburg - Heimat                                        06.03.12   Stuttgart - Schocken                                    07.03.12   Wiesbaden - Schlachthof                               08.03.12   Köln - Gebäude 9                                   09.03.12   Bremen - Tower                                         10.03.12   Erfurt - Museumskeller                          23.03.12   Freiburg - Waldsee

The Wombats
30.11.2011 - Köln, Palladium
Sympathisch sind sie ja. Letzte Nacht sei Frank Turner in der Stadt gewesen, um ein Konzert im gegenüber liegenden E-Werk zu spielen. Dessen Fans sähen aber nur halb so gut aus. Kein Wunder möchte man meinen. Reihe 1: Mädchen zwischen 16-23, Reihe 2: Mädchen zwischen 16-23, Reihe 3: … Man könnte noch länger so weitermachen, unterschlägt dann aber die Jungs, die sich ebenfalls in die wartende Meute gemischt haben.
Alle zusammen machen das Palladium zwar nicht ganz voll, sind aber hochmotiviert und das von der ersten Sekunde. Das gipfelt dann zuweilen in wildes Springen und Hüpfen, das nicht immer zu den (nicht immer schnellen und tanzbaren) Hits passen will. Aber als schlecht kann man die Stimmung nun wirklich nicht beschreiben.
Und das erkennt auch die Band an und liefert ein gelungenes Konzert mit allen Hits von Tokyo bis Let’s dance to Joy Division. Die wird zwar im Publikum kaum einer kennen, dazu tanzen kann man aber hervorragend.

Ab Dezember wieder auf Tour: Bodi Bill. Was einen erwartet, darf man hier erahnen:

Tourdaten:
01.12.2011 - DE - Potsdam, Lindenpark 02.12.2011 - DE - Hannover, Ballhaus Eins 03.12.2011 - DE - Mannheim, regioactive.de Festival @ Alte Feuerwache 04.12.2011 - DE - Wuppertal, LIve Club Barmen06.12.2011 - DE - Karlsruhe, Substage 07.12.2011 - DE - Augsburg, Ostwerk  08.12.2011 - AT - Graz, PPC 09.12.2011 - AT - Innsbruck, Weekender 10.12.2011 - CH - St. Gallen, Grabenhalle 11.12.2011 - DE - Frankfurt, Mousonturm 13.12.2011 - DE - München, Ampere 14.12.2011 - DE - Bielefeld, Forum 15.12.2011 - DE - Köln, Gebäude 9 16.12.2011 - BE - Brüssel, Café Maison du Peuple 17.12.2011 - DE - Würzburg, Posthallen Club

Abriss mal anders.

The Drums
23.11.2011 - Köln, Gebäude 9

Es ist an der Zeit, sich eine zweite Wand freizuschaufeln / einen zweiten Schreibtisch anzuschaffen / in eine größere Wohnung zu ziehen  oder gleich eine zweite anzumieten. Das Typodarium bekommt eine Schwester zur Seite gestellt.
Das Poladarium benötigt zwar rein an den Maßen gemessen nicht allzu viel Platz. Anders aber die enthaltenen Bilder: Diese benötigen Raum. Das Poladarium umfasst 366 Fotografien, jeweils in Form eines Polaroidbildes. Eine ganz besondere Gattung der Fotografie und ein immer größer werdender Trend. Überall schießen neue Läden aus dem Boden, die Polaroid Filme und die dazugehörigen Kameras verkaufen und das für gutes Geld.
Das Poladarium bietet kreatives Startkapital, inspiriert und zeigt was möglich ist. Und weil die Bilder nach dem Abreißen am Ende des Tag viel zu wertvoll sind, gibt es eine Sammelschachtel mit dazu, in der sich die einzelnen Bilder am Ende des Jahres einzeln betrachten lassen.
Die Bilder stammen von Newcomern und etablierten Fotografen gleichermaßen. Die Hintergründe zu jedem Bild lassen sich auf der Rückseite nachlesen.

Schnell sein lohnt sich. Thementage legt Google immer nur für einen Tag ein. Heute haben sich die Macher was Besonderes ausgedacht. Wer es schafft das Rätsel zu lösen, erfährt mehr darüber.

Köln, 15.11.2011, E-Werk - Kasabian
Vorband: Astairre

Fast auf den Tag ein Jahr ist es her, dass BeatBeatBeat das Zakk in Düsseldorf eroberten, quasi ein Heimspiel für die Jungs aus Viersen. Das war nicht plan-, aber dennoch irgendwie erwartbar. Dass sich eine Vorband namens Fog Joggers innerhalb der kurzen Spielzeit zum heimlich umjubelten Höhepunkt des Abends mauserten, dann aber eher nicht.
Fast auf den Tag ein Jahr später gibt es nun also das Debütalbum der Fog Joggers mit dem Titel „Let’s call it a day“. Und zwischen Doors-Orgel (wie es der Focus nicht ganz unzutreffend nennt), Akkustikgitarre und treibendem Schlagzeug sind wirklich alle Stimmungen ins Album gepackt, die man an einem Tag so durchleben kann.
Es wird gezweifelt, angepackt, die Unsicherheit gezeigt und überspielt. Man weiß oft gar nicht, ob man lieber den zurückhaltenden Texten lauschen möchte oder man doch den Rhythmus die Oberhand gewinnen lässt und zu tanzen beginnt.
Spätestens mit dem Urschrei zu Rise & Fall setzen sich dann doch die Füße durch und machen das Album zu einem der besten Debüts der letzten Jahre. Den Freunden erzählen, die Freundin mit zum Konzert schleppen und sich freuen, dass man in ein paar Jahren sagen kann, man war dabei.
Lieblingsstelle: Track 12, Waterfalls, ab 8:16 Min
Offene Fragen: Warum ist das grandiose „Island“ von der Demo-EP nicht auf dem Album gelandet?
Auf Tour:
29.12.2011 Düsseldorf − Forum Freies Theater, DE 29.02.2012 Göttingen − Apex, DE 01.03.2012 Berlin − Magnet Club / + Unimportant People, DE 

www.thefogjoggers.com
www.facebook.com/thefogjoggers

Kasabian, 15.11.2011, Köln